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Landratsamt urteilt erneut gegen Wahleinspruch
Das Bautzener Landratsamt hat den Einspruch gegen die Wahl des Oberbürgermeisters von Bischofswerda zurückgewiesen. Ein Wahlfehler wurde nicht festgestellt. Begründet war der Einspruch unter anderem damit, dass Andreas Wendler als Mitglied des Stadtwahlausschusses durch die Verteilung von Flugblättern im Wahlkampf die ihm obliegende Neutralitätspflicht verletzt habe. 
Auf dem Flugblatt war Erlers Gegenkandidat als schwul bezeichnet worden. Als amtliche Wählerbeeinflussung sei dies jedoch nicht anzusehen. Wendler habe nicht in amtlicher Eigenschaft, sondern als Privatperson gehandelt. Ein besonderer Druck oder Zwang im Sinne der Rechtsprechung sei mit der "Flugblattaktion" auf die Wähler nicht ausgeübt worden. 
"Im Übrigen kann vorausgesetzt werden, dass der Wähler selbst den Inhalt derartiger Flugblätter bewertet und darauf in seiner Wahlentscheidung reagieren kann", heißt es weiter. Gegen den Bescheid des Landratsamtes Bautzen kann innerhalb eines Monats nach Zustellung Klage beim Verwaltungsgericht Dresden erhoben werde. Bereits zur letzten Wahl entschied sich das Bautzener Landratsamt für die Anerkennung der Bischofswerdaer Oberbürgermeisterwahl - trotz gravierender Beeinträchtigung der Wahlfreiheit. Die damalige Fehlentscheidung wurde im September 2009 vom Verwaltungsgericht einkassiert und der Landkreis zur Wahlwiederholung verpflichtet
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Rotes Kino in Bautzen

Die Jusos Bautzen veranstalten am 24. April um 18:30 Uhr im Bautzener Steinhaus ein "Rotes Kino". Das Rote Kino wird in ganz Sachsen veranstaltet und findet zehn mal im Jahr statt. Es werden immer Filme über brisante und interessant Themen, wie Rechtsextremismus, Probleme o.ä. gezeigt. Dieses mal ist das Rote Kino in Bautzen und es wird der Film "Meer is nich" gezeigt. In diesem geht es um die Perspektiven von Jugendlichen im Osten. Anschließend findet eine Diskusion mit Stefan Brangs (MdL) statt. 

 „Das Langfilm-Debüt von Regisseur Hagen Keller ist ein wirklich gelungener Film über das Erwachsenwerden in Deutschland. Über die Ziellosigkeit, das Sich-nicht-Verbiegenlassen und die Schönheit des Sommers, wenn man das Leben richtig spürt. Unglaublich authentisch zeigt der Kinofilm die Träume und Sehnsüchte der Jugendlichen und ihre Abnabelung von ihren Eltern. Die Sensationsentdeckung dieses Jahres ist eindeutig Elinor Lüdde, die die Rolle der Lena so eindringlich spielt, dass man sich fast in einem Dokumentarfilm glaubt. Ein wunderbarer Film für alle, die sich noch gut an die Kämpfe der Pubertät erinnern können oder diese vielleicht sogar gerade austragen – und für alle Liebhaber von Schlagzeugsoli und Festivals.“
– Anne Kathrin Reiter in Focus vom 26. März 2008

 

Hier der Trailer:

Meer is nich - Trailer

 

 


„Parteidisziplin stand über dem Wohl der Stadt“

Interview: „Parteidisziplin stand über dem Wohl der Stadt“

 

Bischofswerda. Jürgen Neumann hat mit seiner Anfechtung des Wahlergebnisses bei der Oberbürgermeisterwahl für einen kommunalpolitischen Paukenschlag gesorgt. Oberlausitzer Kurier-Redakteur Uwe Menschner sprach mit dem bekannten Bischofswerdaer Rechtsanwalt über seine Beweggründe und seine politische Zukunft.

 

Herr Neumann, wie schätzen Sie die Chancen ihres Einspruches gegen das Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl ein?

 

Jürgen Neumann: Wenn ich nicht an den Erfolg glauben würde, dann hätte ich den Einspruch nicht eingelegt. Ich sehe im Lager des wiedergewählten Oberbürgermeisters (Andreas Erler, CDU) eindeutige Neutralitätspflichtsverletzungen. Das im Umfeld des Wahlforums im Kulturhaus verteilte Flugblatt, das so heftig diskutiert wurde, bildet da nur die Spitze des Eisbergs. 

Ich habe mich mit einschlägigen Gerichtsurteilen beschäftigt, die mich in dieser Auffassung bestärken. Auch andere Juristen, mit denen ich gesprochen habe, stimmen mir zu. Ich hätte den Einspruch nicht eingelegt, wenn das Wahlergebnis eindeutig gewesen wäre, aber das war es definitiv nicht.

 

Durch wie viele Instanzen wollen sie notfalls gehen?

 

Jürgen Neumann: Ich will nicht als Nörgler und Bremser dastehen. Wenn das Landratsamt meinen Einspruch mit einer überzeugenden Begründung abweist, dann werde ich mich dem fügen. Allerdings hat das Landratsamt Bautzen schon zwei Wahlen für gültig erklärt (Anm. d. Red.: in Bischofswerda und Königswartha), die später vom Verwaltungsgericht annulliert wurden.

 

Was für Reaktionen haben Sie auf Ihren Wahleinspruch erfahren?

 

Jürgen Neumann: Bisher eigentlich nur positive. Von Seiten der CDU wurde ich allerdings noch nicht kontaktiert. Ich weiß aber, dass auch dort viele aktive Leute lieber einen Oberbürgermeister Jens Krauße gesehen hätten. Ein Unternehmer hat mir gesagt, dass er vor Wut am liebsten in die Tischplatte gebissen hätte, als er von dem Wahlergebnis erfuhr. Zahlreiche Unternehmer und andere Bürger haben mir ihre Unterstützung versichert.

 

Sie waren bis vor kurzem selbst CDU-Mitglied. Seit wann tendierten Sie persönlich zur Abwahl Ihres damaligen Parteifreundes Andreas Erler?

 

Jürgen Neumann: Mir war von Anfang an klar, dass die Stadt Veränderung braucht. Den Ausschlag gab – in doppelter Hinsicht – das Wahlforum im Kulturhaus. Die Aussagen Jens Kraußes dort erschienen mir im Vergleich mit Andreas Erler zukunftsorientierter. Natürlich haben auch die Ereignisse im Umfeld dieses Forums zu meiner Meinung beigetragen.

 

Wie haben Sie als Mitorganisator des Forums diese Vorgänge erlebt?

 

Jürgen Neumann: Das Forum hatte die Initiative „Fortschritt für Bischofswerda“, der ich damals noch angehörte, organisiert. Als wir damals in den Saal kamen, lagen auf den Sitzen bereits 200 dieser Flugblätter. Da die Blätter anonym waren, haben wir sie eingesammelt. Später legten wir sie in zwei großen Stapeln auf zwei Stühle, um diese als besetzt zu markieren. Als ich wiederkam, waren sie wieder über die Sitze verteilt.

Ich erfuhr später, dass dies ein bekanntes Bischofswerdaer CDU-Mitglied (nicht Andreas Wendler) getan hatte. Hier wurde, so kann man sagen, mit großer negativer Energie vorgegangen.

 

Welchen Einfluss hatten die in dem Flugblatt getroffenen Aussagen Ihrer Meinung nach auf das Wahlergebnis?

 

Jürgen Neumann: Einen sehr großen, wie ich aus zahlreichen Gesprächen weiß. Ich weiß von mehreren Bischofswerdaern, die gesagt haben: Wenn der Krauße schwul ist, dann kann ich ihn nicht wählen. 27 Prozent sollen bei einer Online-Befragung angegeben haben, dass sie dies beeinflusst habe. Das wären 3.000 Wähler, bei einer Stimmenmehrheit von letztlich 112. Es ist schlimm, dass so etwas überhaupt eine Rolle spielt.

Diese Behauptung ist für mich aber noch gar nicht das Schlimmste an den Pamphlet. Dort wird in einer Weise über die Arbeit Jens Kraußes als Bürgermeister in Großharthau hergezogen, die jeder Grundlage entbehrt. Seine souveräne Wiederwahl beweist doch, dass er gute Arbeit geleistet hat und von seinen Bürgern anerkannt wird.

 

Sie haben auch Ihre Funktion als Präsident des Bischofswerdaer FV 08 aufgegeben. Was hat der Verein mit der Stadtpolitik zu tun?

 

Jürgen Neumann: Der BFV 08 hängt in vielerlei Hinsicht am Rockzipfel der Stadt, sei es bei der Platzpflege oder beim geplanten Bau eines Kunstrasens. Ich kann Andreas Erler nicht mehr ehrlichen Herzens anlächeln und möchte durch meinen Rückzug Schaden vom Verein abwenden. Als Mitglied und Sponsor bleibe ich dem BFV 08 erhalten.

 

Und wie steht es diesbezüglich mit der Initiative „Fortschritt für Bischofswerda“?

 

Jürgen Neumann: Ich habe immer versucht, Andreas Erler Brücken zu bauen. Das war letztlich auch die Intention für die Gründung der Initiative und ist jetzt nicht mehr relevant.

 

Was werfen Sie Andreas Erler persönlich vor?

 

Jürgen Neumann: Er hat sich nie klar von den unfairen Attacken gegen seinen Konkurrenten distanziert. Ich hätte das Geschrei hören wollen, wenn das andere Lager auf ähnlichem Niveau gegen Erler vorgegangen wäre. Bei einer Mehrheit von 112 Stimmen unter den gegebenen Umständen von einer klaren und sicheren Wahl zu sprechen, ist schon reichlich unverfroren. Eigentlich hätte Andreas Erler die Wahl anständigerweise gar nicht annehmen dürfen.

 

Wie „schwarz“ sehen Sie jetzt für Bischofswerda?

 

Jürgen Neumann: Ich kann nicht hellsehen, sondern nur die letzten zwei Amtsperioden beurteilen. Was mir da fehlt, ist Engagement. Ich habe Andreas Erler in den letzten zehn Jahren nicht einmal auf dem Fußballplatz beim BFV 08 gesehen. Ich fürchte, dass die Bereitschaft bei der Wirtschaft schwindet, die Stadt bei der Erfüllung ihrer freiwilligen Aufgaben zu unterstützen. Entsprechende Signale gibt es bereits.

Mit der Wahl hatte sich eine große Hoffnung auf einen Neuanfang verbunden. Mein Einspruch gibt Bischofswerda die Möglichkeit, weiter zu hoffen.

 

Wo sehen Sie selbst Ihre politische Zukunft?

 

Jürgen Neumann: Von Parteien bin ich durch meine Erfahrungen mit der CDU erst einmal geheilt. Ich habe erkennen müssen, dass die Parteidisziplin über dem Wohl der Stadt stand. Ich habe den Einspruch nicht eingelegt, um in die Medien zu kommen. Dort bin ich schon so oft genug.

Ich trage Verantwortung für mehrere Unternehmen und engagiere mich auch weiterhin ehrenamtlich. Ich sage ganz klar: Hier ist Unrecht passiert.



Quelle: Oberlausitzer Kurier // alles-lausitz.de


Jusos fordern klares Signal der CDU Sachsen
Demokraten äußern sich nicht in rechtsextremen Zeitungen


Zu einem Interview von Dirk Reelfs, Pressesprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, formuliert Tino Bucksch, Vorsitzender der Jusos Sachsen:

„Demokraten geben keine Interviews in rechtsextremen Zeitungen.
Wir fordern die CDU-Fraktion auf sich klar gegen solche Umtriebe zu positionieren. Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass Herr Reelfs sich in der ‚National-Zeitung’ äußert und dies keinerlei klärende oder klarstellende Reaktion der CDU hervorruft. Wer sich zusammen mit Holger Apfel auf der gleichen Seite zitieren lässt, hat immer noch nicht verstanden wie gefährlich Rechtextreme sind. Solche autorisierten Interviews in Publikationen der Rechten machen diese hoffähig und negieren gleichzeitig das ehrliche Engagement vieler gegen die neuen Nazis. Solchen Tendenzen darf kein Vorschub geleistet werden. Neonazis sind eine Bedrohung für die Demokratie und müssen auch als solche erkannt werden.

Wir fordern die CDU auf, hier ein klares Zeichen zu setzen und solche Handlungen nicht zu tolerieren.“

Hintergrund:
Am Freitag, dem 11.03.2010, war bekannt geworden, dass der Pressesprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag ein Interview in der ‚National-Zeitung’ gegeben hat. Dies ist für die sächsischen Jusos nicht zu tolerieren. Die Jusos, als die größte politische Jugendorganisation in Sachsen, engagieren sich seit Jahren aktiv im Kampf gegen Rechtsextremismus.




Minister Wöller, warum lassen Sie neun von 500 Schulen nicht neue Wege gehen?

Dr. Eva-Maria Stange, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt aus Anlass der Übergabe von Unterschriften durch die Elterninitiative der sächsischen Gemeinschaftsschulen für den Erhalt der Einrichtungen an den Kultusminister:

„Ich frage Kultusminister Wöller, warum er neun von 500 Schulen nicht neue Wege gehen lässt? Ist es vielleicht das Ziel des Kultusministers, dass auch künftig innovative Projekte nur von freien Trägern und mit Schulgeld umgesetzt werden können? Die Eltern wollen nicht, dass sie und ihre Kinder schon mit zehn Jahren unter Druck gesetzt werden, um zu entscheiden, wer später mal ein Abitur macht und wer nicht. Die Gemeinschaftsschulen beweisen, dass es anders gehen kann. Fürchten sich CDU und FDP vor einem Erfolg dieses Schultyps? Es sind allein ideologische Gründe, weshalb diese erfolgreichen Schulen ab dem Schuljahr 2011/12 nicht mehr so weiter arbeiten dürfen wir bisher. Da hilft auch kein nebulöser Etikettenschwindel mit einer Oberschule oder Konsultationsschule. Die Eltern, Lehrer und Schulträger wollen verbindliche Zusagen und keine Beruhigungstropfen.

Keiner im Land versteht, warum die Gemeinschaftsschulen derart bekämpft werden - die Eltern am allerwenigsten. Engagierte Eltern geben ihre Kinder nicht an irgendeine Schule. Sie wollen in der Schule Lernqualität sehen. Offensichtlich haben die Gemeinschaftsschulen diese Qualität. Denn anders ist das Engagement der Eltern nicht zu verstehen. 10.000 Unterschriften in kürzester Zeit zu sammeln, spricht für sich.

Ich fordere Staatsminister Wöller dazu auf, die engagierten Eltern nicht zu brüskieren und die beachtliche Unterschriftensammlung zum Anlass zu nehmen, die Gemeinschaftsschulen in Sachsen zu erhalten.“




Einspruch gegen Oberbürgermeisterwahl in Bischofswerda

Montag, 8. März 2010

Der Bischofswerdaer Rechtsanwalt Jürgen Neumann will beim Landratsamt Bautzen Einspruch gegen die Oberbürgermeisterwahl in Bischofswerda vom vergangenen Sonntag einlegen. Das sagte er MDR1 Radio Sachsen. Der Jurist begründet seinen Schritt damit, dass Mitarbeiter der Stadt und Mitglieder des städtischen Wahlausschusses während des Wahlkampfes ihre Neutralitätsverpflichtung verletzt hätten, was das Wahlergebnis beeinflusst habe. Der CDU-Chef von Bischofswerda hatte vor der Wahl in einem Flugblatt den SPD-Gegenkandidaten diffamiert. Rechtsanwalt Neumann trat nach der Wahl aus der CDU aus .